Mit 50ern im Trend

Wie der spanische Hersteller mit 50-Kubik-Bikes das Moped- und Motorradfahren bei den Jugendlichen wieder chic macht.

Gegründet im Jahr 1934 von Luis Riera y don Jaime Juanola als Schmiede für Fahrradzubehör, gehört heute zu den letzten Motorradschmieden in Europa, die nach wie vor zu 100 Prozent im Familienbesitz sind. Das Motorradwerk liegt in Figueras (Katalunien) ganz nah an der französischen Grenze, auch bekannt wegen des Dali-Museums.

Mit der Herstellung von motorisierten Zweirädern begann Rieju im Jahre 1947, damals brachte der Hersteller ein Fahrrad mit Hilfsmotor ( 38 Kubik, 1 PS) auf den Markt.

Rieju RS2: 50er mit Auftreten wie ein ausgewachsenes Superbike.

Im Jahr 1952 folgte das erste Motorrad, es war ausgestattet mit einem 175-Kubik 4 Takt-Motor des französischen Herstellers A.M.C. und etablierte Rieju als Mototrradhersteller. Heute wird die Firma in dritter Generation von Jordi Riera Tarrés geführt.

Über Jahrzehnte hat Rieju Roller, Enduros, Crosser sowie Straßen- und Trialmotorräder gebaut, mittlerweile hat sich der Hersteller auf die Nische der 50er spezialisiert, von denen er rund 20.000 Einheiten im Jahr produziert. 125er im Straßen-, Enduro- und Supermoto-Segment gehören zwar auch heute noch zum Sortiment, haben aber mit rund 1.000 Einheiten nur einen geringen Anteil an der Produktion. Etwa 4.000 Mini-Bikes runden die Jahresproduktion der Spanier ab. Der Jahresumsatz des Unternehmens beträgt etwa 30 Millionen Euro, dieser wird - je nach Saison - mit 125 bis 130 Mitarbeitern erwirtschaftet.

Im Marktsegment der 50er hat Rieju in Spanien die höchste Durchdringung auf dem Markt erzielt, und diese Kompetenz will der Hersteller auch auf andere Märkte ausweiten. Immerhin 65 Prozent seines Absatzes erzielt Rieju im Ausland, wobei die stärksten Märkte Frankreich sowie Deutschland und Österreich sind; für diese beiden Länder ist EnMoto zuständig (www.EnMoto.at) in die Schweiz werden Rieju-Bikes von HM Racing importiert (www.hm-racing.ch).

Rieju verwendet Motoren von Minarelli, wobei die beiden Hersteller auf eine sehr lange Zusammenarbeit zurückblicken: Rieju hat Minarelli in Spanien eingeführt und in den 60er Jahren sogar in Lizenz produziert. Heute werden die Motoren nach Rieju´s Spezifikationen bei Minarelli hergestellt und erzielen aus den 50 Kubik bis zu 8,5 PS. Auch beim Fahrwerk und den Komponenten setzt Rieju auf Spezialisten, hier in erster Linie auf AJP, Galfer, Paioli, Pirelli, Sebac und Showa. Die Produktion der Rahmen wird mit hochmodernen Schweißrobotern im eigenen Hause durchgeführt, die Fertigungstiefe bei den Rahmenteilen liegt bei 40 und bei den Auspuffanlagen bei rund 80 Prozent.

Mit seinem innovativen Design und leistungsstarken Triebwerken macht Rieju das Moped- und in der Folge Motorrad-Fahren unter den Jugendlichen wieder chic. Kombiniert mit einem sportlichen Racing-Charakter lehnen sich die Bikes stark an “ausgewachsenen” Motorräder an - genau das wünscht die anvisierte Klientel, und es wird mittlerweile bereits von japanischen Herstellern nachgemacht. Wieder eine Nasenlänge voraus sein dürfte Rieju allerdings mit seinem neuen Naked-Modell im Fighter-Look, das der Hersteller auf der kommenden EICMA in Mailand präsentieren wird.

Quelle: motorradHÄNDLER Ausgabe nr 62 /2003/0607

 

webmaster@grip-motorraeder.de